KISIM Ein System für Planung und Dokumentation im Spitalalltag, zugeschnitten auf Pflege, Ärzt:innen und Admin. Mit einem visuell klaren Interface, das schneller nutzbar ist als die Konkurrenz.
2016
Jahr
UX Designerin (extern über Body-Leasing)
Rolle
UI& UX Optimierung und visuelle Konsistenz
Mein Beitrag
PROJEKTZIEL
KISIM unterstützt Schweizer Spitäler bei der Planung und Dokumentation klinischer Abläufe. Ziel war es, das System von Beginn an mit starker UX-Orientierung aufzubauen, um die tägliche Arbeit für Pflege, Ärzt:innen und Admin-Personal deutlich zu erleichtern und sich vom gewohnten Standard im Markt positiv abzuheben.
HERAUSFORDERUG
Viele klinische Softwares sind visuell unübersichtlich, schwer zu bedienen und nicht an reale Arbeitsabläufe angepasst. Genau das wollte KISIM vermeiden, doch intern fehlte das notwendige UX-Know-how. Die Herausforderung war es, in einem Entwickler dominierten Team nutzerzentrierte Methoden zu verankern und ein komplexes Fachsystem zugänglich zu gestalten.
DISCOVER & DEFINE
Ich begann direkt vor Ort im interdisziplinären Team. Ohne bestehende UX-Rollen oder Prozesse war es zentral, erst einmal Verständnis für die klinischen Kontexte zu entwickeln. Welche Aufgaben müssen Nutzer:innen effizient erledigen? Wo entstehen Fehlerquellen? Welche Begriffe und Abläufe sind im Alltag entscheidend? Dies beinhaltete Shadowing in klinischen Teams sowie Interviews mit medizinischem und administrativem Personal, um reale Nutzungssituationen zu verstehen.
Ich beobachtete Arbeitsprozesse, dokumentierte “Jobs to be done” und entwickelte erste Navigations- und Content-Logiken. Immer im Austausch mit Pflege, Ärzteschaft und IT. In der Anfangsphase habe ich zudem mit dem internen Team bestehende Arbeitsabläufe im KISIM analysiert. Parallel dazu wurde eine Bestandsaufnahme der UI‑Elemente und Wertediskrepanzen durchgeführt, um ein gemeinsames Verständnis der kritischsten UX‑Herausforderungen zu definieren.
IDEATE & EXECUTE
Darauf aufbauend konzipierte ich erste UX‑Konzepte und übersetzte diese in klickbare Prototypen. Zusammen mit den Entwickler:innen entstanden zentrale Screens wie Patientenlisten, Arbeitslisten oder Eingabemasken. Alle strukturiert, visuell konsistent und mit durchdachter Interaktion.
Im nächsten Schritt entstand ein auf das medizinische Umfeld abgestimmter UI-Styleguide, der von Typografie über Farbsysteme bis zu Formularelementen ein nutzbares Framework bildete. Mein Fokus: sinnvolle Defaults, klare Informationshierarchien, reduzierte Komplexität.
Wirkung & Learnings
UX als Differenzierungsfaktor im Klinikmarkt: In einem Umfeld voller fragmentierter und überladener Systeme wurde durch konsistente UX-Logik und klare visuelle Hierarchie erstmals echte Orientierung geschaffen, ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im stark regulierten Gesundheitsbereich.
UX-Verankerung im Entwicklerkontext: Durch die direkte Arbeit im Tech-Team entstand ein Verständnis dafür, wie man UX-Prinzipien in engineering-getriebene Strukturen integriert, ohne Reibungsverluste, sondern mit Respekt für bestehende Prozesse und Architektur.
